Tagebuchtage:
 
 
 
 
 
 
Freitag, 11.6.2010
Tag 3 - Dumme Schafe
Ellmann → Sanatorium → Antdorf → Habach → Perlach → Murnau
Blick zum See beim Sanatorium
Ich war gestern total erledigt, niedergeschlagen und sonst noch alles. Beinahe waere ich beim Biertrinken eingeschlafen! Da es in der Nacht noch so sakrisch heiss im Zimmer war, riss ich die Balkontuer auf. Das gekippte Fenster brachte nichts. Dafuer hatte ich einen schoenen Blick auf die Sterne, aber nicht lange, weil mir gleich die Augen zufielen.
Geweckt wurde ich von der Sonne um 7 Uhr! AAhh! Wieso gibt es nirgendwo Rollos? Das Wiedereinschlafen fiel mir auch nicht schwer und schon klingelte der Wecker. 8:30 Uhr. Snooze druecken und weiterdoesen. Beim 2. Wecken quaelte ich mich dann endlich aus dem Bett. Ich fuehlte mich wie niedergeschlagen. Seit ueber einer Woche schlafe ich weniger als 7 h am Tag aber es hilft ja nix! Erst mal packte ich mein Graffl etwas zam und ab gings zum Fruehstueck. Dieses mal schaffte ich es auch, mir eine ganze Semmel reinzuzwaengen! Ca. eine halbe Stunde hab' ich daran gekaut. Dann schnell zahlen, im Zimmer alles packen und los gings! Aber... es war schon 10 Uhr! Immerhin wusste ich dieses Mal, dass ich von den Otts aus kommend gerade aus weiter musste. Vor 2 Jahren verlor ich wg. dem rechts gehen eine wertvolle Stunde :-(. Erst durch den Wald, dann entlang dem grossen Ostersee, auf den ich mich schon richtig freute. Irgendwann nach gutem Gefuehl wieder rechts abbiegen und mir entgegenkommende Radfahrer bestaetigten mir auch, dass dies der Weg nach Antdorf ist. Dann finden die harten Stunden der heutigen Etappe an: Wenig Baeume, wenig Schatten. Das wird hart. Letztes Mal machte ich auch eine Pause in Antdorf, dieses Mal lief ich durch. Mit Horst machte ich gestern noch aus, dass er mir mit dem Fahrrad entgegen faehrt um wieder ein bisschen mit mir zu laufen. Fest hatte ich mir vorgenommen, ihn schon von weiter Ferne zu erkennen, aber in Antdorf erkannte ich ihn erst, als er mich selbst begruesste. So, fuer heute war ich also nicht mehr alleine. Zusammen hatschten wir dann gemuetlich bis nach Habach um Rast in dem Eichbichlstueberl zu machen. Fuer mich gab's erst mal ein Mass Radler und ein paniertes Schnitzel. Ersteres war wie erwartet kein Problem, Letzteres schaffte ich wenn ueberhaupt nur zur Haelfte. Ich war wie niedergeschlagen und appetitlos. Irgendwann legte ich auch noch meinen Kopf auf den Tisch. Irgendwie bekomme ich mehr und mehr das Gefuehl, ueberhastet aufgebrochen zu sein. Unerholt, unausgeschlafen und gestersst. Vllt. waere ein einfacher Erholungstag _vor_ dem Loslaufen nicht schlecht gewesen. Jetzt ist es aber zu spaet.

Mohnfeld
Total fertig ging es dann weiter hoch den Berg, aeh Tschuldigung, Bruns Huegel :-). Bei jedem Schatten, den ein Baum wurf, hielt ich mich darunter auf. Die Hitze nahm am Nachmittag auch wieder zu. Das kannte ich schon von den Tagen vorher. Gestern war ich sogar froh, als ab und zu ein Auto an mir vorbeirauschte und mir frische Luft zufechte. Auf dieser Strecke gab es aber keine Autos :-(. Bald kam ich auch an den Schafen vorbei, die mir schon vor 2 Jahren unglaublich viel Freude machten. Meine Notpfeife an meinem Rucksack fuehrte die ganze Herde in Bewegung. Immer und immer wieder bliess ich in die Pfeife, bis mir selbst die Ohren weh taten. War das ein Spass. Das koennte ich den ganzen Tag machen! Nur wuerden die Schaaaaafe nicht lange mit machen :-(. Wenig spaeter erreichte ich Perlach, dann Hagen und vor Murnau hatte ich dann einen wunderbaren Blick auf die Zugspitze entlang des Tals meiner naechsten Etappe. Fuer die gezielte Navigation in Murnau sorgte dan wieder mein Horstigon :-). Achja. Wie schon gestern wechselte ich zum Ende meine Wanderschuhe gegen die Sandalen. Das war wieder so wohltuend! Auf Sandalen legte ich dann schaetzungsweise die letzten 5 km zurueck und mein Horstigon fuehrte mich zu meiner Unterkunft "Da Noi". Bevor ich aber in mein Zimmer kam, versuchte ich zu verhandeln, ob ich bei 2 Uebernachtungen evtl. Rabatt bekomme. Bevor ich zum verhandeln mit dem Geschaeftsfuehrer kam, kuemmerte ich mich ums Einstellen der Kanaele bei einem Fernseher, an dem eine Antenne (analog!!!) angeschlossen war. Mit mehr Glueck als meine Vorgaenger richtete ich die Antenne besser aus und bekam doch tatsaechlich 4 Programme rein. Im 2-ten Anlauf dann 8 Programme. Waehrenddessen verhandelte Horstigon mit dem Geschaeftsfuehrer und handelte ich auf 35 Euro pro Nacht bei 2 Uebernachtungen runter und Kuchen 4 free gab es fuer meine Bemuehungen beim Fernsehen auch. Dann bezog ich mein Zimmer und vollzog mein Ritual der hoffentlich naechsten hundert-irgendwas Etappen: Auspacken, Waesche waschen, duschen und ins Bett legen. Ich war total fertig. Deshalb und auch wegen meiner Blasen am Fuss beschloss ich auch, 2 Tage in Murnau zu verbringen. Vor allem auch wg. den kleinen Pickeln, die die Bereiche meines Oberkoerpers auf denen der Rucksack auflag, verzierten. Das sah aus wie auf einem Kriegsschauplatz. Das kenne ich aber auch von den vorherigen Touren. Nur scheint es dieses Mal schlimmer zu sein. Vermutlich wg. dem hoeheren Gewicht [meines Rucksacks]. Hoffentlich sind die wieder in 2 Tagen groesstenteils verschwunden und mein Koerper findet sich damit ab. Erfreulicherweise ist der Schmerz an meinem linken Knie auf der Innenseite verschwunden. Den hatte ich von der ersten Stunde vom Marienplatz aus. Am zweiten Tag hatte ich den nur noch zur Haelfte, heute fast nichts mehr.

Noch ein bisschen Posen fuer ein vorher/nachher Bild
Heute gab es dann leckere Pizza bei meiner Unterkunft. Zuvor klopfte Horst an meine Zimmertuer und riss mich aus dem Halbschlaf. Ohne ihn waere ich vllt. den ganzen Abend einfach nur im Bett gelegen. Nach der Pizza und einem Bier verabschiedete ich mich wieder von Horst (der kommt ja aus Murnau), ging auf mein Zimmer, holte mein Tagebuch-Graffl und schaute Fussball. Da bei meinen 8 Programmen und den 4 weiteren, die ein anderer Gast fand, kein RTL dabei war, suchte ich mir halt ein anderes Lokal in dem wenig los war. Nach einem Bier und dem Schlusspfiff ging's wieder zurueck zum Da Noi auf ein letztes Bier an dem ich gerade noch nuckel. Dann sollte ich endlich mal frueh ins Bett, um mir meinen verdienten Schlaf zu holen und die Reserven aufzufuellen.