Tagebuchtage:
 
 
 
 
 
 
Sonntag, 20.6.2010
Tag 12 - Der schneebedingte Megahatsch
Prinz-Luitpold-Haus → Untere Baerguendl → Giebelhaus → Hinterstein → Imberg → Margarethen → Altstaedten → Fischen → Oberstdorf
Morgentlicher Blick nach draussen - ca. 10 cm Schnee
Die Mega Hatsche scheinen kein Ende mehr zu nehmen. Mit einer Mittagspause hatschte ich von 9:30 bis 19:30 Uhr. Doch zuerst noch mehr zum gestrigen Tag. Wir hatten am Abend nur noch 3 Grad, weshalb es schliesslich auch noch zu schneien anfing. Ganz genau weiss ich nicht mehr, was ich gestern geschrieben habe, ich will's jetzt aber auch nicht mehr lesen. Mir fallen schon wieder fast die Augen zu. Bei dem Hatsch zum "Prinz-Haus" war ich auch desoefteren total orientierungslos, als ich in dem verfluchten Fuchskar herumstiefelte. Wenn ich so wenig Sicht wie beim Gatterl gehabt haette, haette ich mich hoffnungslos verlaufen. Teilweise war die naechste Wegmarkierung ueber 100 Meter entfernt! Zum Glueck war mir Fortuna hold, sonst haette ich umkehren muessen - wobei ich eigentlich kein Zurueck kenne. Ich will am liebsten auch nicht mehr darueber nachdenken, aber es geht mir einfach nicht aus dem Kopf. Die einzigen Spuren, welche sichtbar waren, waren die ueber eine Scharte, die ich zum Glueck richtig zuordnen konnte. Naemlich nicht "meine" Scharte [die korrekte Via Alpina Scharte, ueber die ich stattdessen drueber ging]. In dieser Scharte haengte auch eine riessige Waechte, die nur danach schrie, herabzubrechen.

"Winteridylle" :-)
Gestern trank ich dann 4 Bier und 3 Enzian Schnaps. Von den Schnaepsen erhoffte ich mir eigentlich, etwas Waerme in meinem Bauch zu spueren, wie das sonst immer der Fall war. Dieses mal ging nichts, was mir auch egal war. So spuerte ich die Schmerzen in meinen Fuessen weniger. Die Bergwacht war auch zu Besuch auf der Huette und blieb auch noch laenger wach, sodass mir noch genug Zeit zum Schreiben blieb. Nicht so heute. Es ist gerade nach 12 Uhr.

Einer meiner Konversationspartner
Um 8:30 Uhr stand ich auf. Genau zu dem Zeitpunkt, als mich eine Frau aus dem Bett scheuchte. So packelte ich ein paar Dinge ein, die ich mit ins Matratzenlager nahm. Am Abend fragte ich den Wirt, ob ich mein ganzes Geraffel unten in der Wirtsstube zum Trocknen liegen lassen kann. So blieben meine nassen Sachen unten. Statt dem Fruehstueck bekam ich ein Lunchpaket. Es schneite anscheinend die ganze Nacht durch, weshalb es ca. 15 cm Schnee geschneit hatte. Genial. Damit kann ich es knicken direkt nach Oberstdorf zu gehen. Auf diesem Weg muesste ich naemlich ueber einen teilweise mit Drahtseilen gesicherten Weg, der in der Naehe eines Grates 300 Meter hoeher verlaeuft. Die Huettenleute bestaetigten meine Befuerchtung. Definitiv weiss ich jetzt aber, dass es richtig war, noch gestern hoch zu steigen. Sonst haette ich den Weg nie mehr gefunden bei den schon spaerlichen bisher nicht vom Schnee verdeckten Wegmarkierungen.

Das Reststueck zur linken Seite eines Flusses bis nach Oberstdorf
Das Lunchpaket im Gepaeck, startete ich dann bald los Richtung Tal. Ueber 10 Leute waren am Abend zuvor in der Huette - mehr als in allen anderen Huetten! Da diese schon vorher aufgestanden sind und abstiegen (etwas andere war nicht moeglich), war es noch leicht, den Weg zu finden. Jetzt bin ich zu kaputt, weiterzuschreiben. Der Rest kommt morgen.