Tagebuchtage:
 
 
 
 
 
 
Samstag, 14.8.2010
Tag 67 - Wieder ueber 30 km - im Nebel und bei Regen
Chenal → Nant cruet → Chalet de la Davie → Le Chevril → Les Boisses → Tignes-Le Lac → Val Claret → Col de la Leisse → Lef. de la Leisse → Ref. d'Entre Deux Eaux → Ref. du Pian du Lac
Bescheidene Aussichten in der Frueh
Ich bin schon wieder total kaputt. Wieder legte ich ueber 2 Etappen zusammen und leider stimmte auch die Wetterprognose: Vormittag Nebel, Nachmittag Regen. Um 6 Uhr klingelte mein Wecker. Den stellte ich gleich um 10 Minuten weiter, wie schon so oft zuvor. Dann fing ich an, den Rest zu packen. Das Wichtigste wie z. B. die Trinkblase verstaute ich bereits Gestern, da ich dafuer immer den Rucksack halb ausleeren muss. Punkt 6:30 Uhr war ich unten beim Fruehstueck, bei dem ich auch sogleich meine heisse Schokolade bekam. Am Tisch ein Toaster und ein paar Scheiben Tostbrot, von dem ich sogleich Nachschub orderte. Ca. 7 Scheiben mit Marmelade gingen drauf. Ja, ich bin ein Fresssack aber vllt. weiss mein Koerper auch, dass ich viel Energie brauche. Hoffentlich weiss er auch, dass ich keine Energie mehr brauche, wenn die Tour vorbei ist!

Wieder mal wurde der Weg mit Steinplatten befestigt. Sonst waere es ueber Schlamm hochgegangen.
Nach einem weiteren Glas O-Saft machte ich mich abmarschfertig. Da die Wolken schon tief hingen und ja auch Regen gemeldet war, zog ich vorsoglich gleich den Regenschutz ueber den Rucksack. Der Herr des Hauses gab mir noch Tipps zum Abkuerzen der Etappe, wo ich nur meinte, dass meine Strecke sicher schoener ist, was er auch bejahte. Von dem Ehepaar verabschiedete ich mich dann, aber einzeln, weil die Frau schon wieder oben in der Kueche herumwerkelte.

Kurz ueber dem Stausee stauten sich auch die Wolken.
Kurz nach 7 Uhr startete ich durch. Erst wieder etwas die Strasse hoch, von wo der Wanderweg abzweigte. Bezueglich des Nebels hoffte ich, dass die Morgensonne die Suppe knapp 200 HM ueber mir verschwinden liess, da ich auf dieser Etappe noch 300 HM hoeher muss. Ueber einen Feldweg kam ich sehr schnell in das etwas hoeher gelegene Nantervet. Auf dem 1:25.000 Karten hat man immer das Gefuehl, sehr schnell voranzukommen. Von Nantervet ging dann ein Wanderpfad weiter, der wieder einmal in den Berg "hineinfuehrte" und ueber einen Fluss ging um anschliessend zuerst steil, dann leicht nach oben den Hang hochfuehrte. Fuer das steile Stueck wurden sogar Stufen aus Steinen angelegt, was dem Weg wieder etwas besonderes verlieh. Aber auch der Fluss hatte etwas Schoenes an sich, da er mit hohen Steinwaende[n] in den Berg eingelassen erschien, die wieder einmal eine Konstellation hatten, wie sie nur die Natur schaffen kann. Desto hoeher ich kam, desto geringer wurde die Sicht. Meine Hoffnung, dass die Morgensonne etwas bewirken koennte, erfuellte sich nicht. So stapfte ich immerhin mit mind. 50 Metern Sicht.

In die Suppe ging's gleich hoch...
Viel gibt es ueber den Nebelhatsch nicht zu schreiben. Ein paar Waldstuecke, dann wieder Wiesen, ein paar alte verfallene Huetten. Ich dachte schon darueber nach, einen Wanderweg bergab zu nehmen um etwas mehr Sicht zu bekommen, blieb dann aber doch auf der Via Alpina, da ich von oben auf den Stausee schauen wollte, was dann auch der Fall war, als ich auf der Via Alpina zur Staumauer herabstieg. Die Wolken schienen eine ebenfoermige Decke zu bilden, die sich keinen Meter bewegte aber immerhin war ich fuer's Erste raus aus der Suppe.

... bis die Suppe wieder aufriss.
Vom Druck an meinem Anus angetrieben eilte ich herunter in das Dorf neben dem einen Ende des maechtigen Damm, dann ueber 2 Strassenkehren herunter, um letztendlich den Damm an sich zu ueberqueren um nach les Boisses zu kommen, wo ich mich auf die Suche nach einer Bar oder einem Hotel oder einfach irgendwas mit einer Toilette machte. Die eine Bar, die ich bald fand, hatte aber noch 15 Minuten zu. Auch wenn's mittlerweile nicht mehr so eilig war, wollte ich die Zeit nicht abwarten. Jemand sagte mir auch, dass weiter oben ein Hotel ist und das war auch genau auf meiner Route. 3 Minuten spaeter betrat ich schon die Pforten eines der "Hotels", wo ich erst mal meine Kameratasche auf einen der vielen Sessel legte und ich darauf hingewiesen wurde, dass der Tisch zur Ablage der Kamera da waere. Oh ja. Wie geil. Hier gefaellt's mir ja schon sau gut. [Schau ich wirklich so unterbelichtet aus?!?]

An einem solchen Ort wollte ich sicher nicht bleiben.
Gleich bestellte ich mir eine Cola [Alibi-Toiletten-Benutzungs-Cola] und machte mich nach deren Erhalt sogleich auf den Weg zum Klo, wo ich einen Teil des anscheinend unverdaubaren Essens von vor 2 Tagen begruessen durfte. Wegen dem Hinweis, dass die Kameratasche auf den Tisch gehoert, freute ich mich um so mehr, einen erschreckend betoerenden Duft der siebten Hoelle im einzigen WC hinterlassen zu haben, wie ich ihn bisher noch nicht auf der Tour hatte. Wieder oben bei meinem Cola angekommen hoerte ich ein Gespraech zwischen der Gastgeberin und einem Englisch sprechenden Gast mit, dass in den Bergen abends Schnee fallen soll. Ja shit. Nicht schon wieder. Die Frau fragte ich dann vorsichtshalber nochmal nach dem Schneefall und sie bestaetigte mir das Ganze. Dann muss ich heute unbedingt wie geplant aber so schnell wie moeglich noch ueber den Pass der naechsten Etappe. Sonst sehe ich morgen womoeglich morgen den Weg nicht mehr, sollte mehr herunterkommen.

Links hinter dieser Touristenburg ging's wieder hoch.
Schnell ging ich weiter. Auch wegen dem Regen, der fuer heute Nachmittag gemeldet war, ist keine Zeit zu verschwenden. Wieder auf einem Wanderweg, der immer hoeher ging (es waren noch ca. 300 HM zu machen [zum Ziel der jetzigen Etappe auf der ich mich befand]) landete ich wieder mal in der Suppe und sah nichts ausser dem Weg und meine naechste Umgebung. Mit dem Tempo, dass ich drauf hatte, war's mir auch nicht langweilig. Nur gegen Ende als auch noch ein paar kleinere Pfade meinen Weg querten machte ich mir Gedanken ueber die Richtigkeit des Weges. Wie aus dem Nichts hoerte ich sogleich eine Glocke erschallen. Perfekt. Wenn die Stadt noch links von mir lag, bin ich hier vermutlich noch richtig. Ueber einen kleinen Gipfel der aus den Wolken herausschaute freute ich mich dann auch sehr und wie von einem Moment zum Anderen riss der ganze Nebel auf. Endlich hatte die Sonne Wirkung gezeigt - oder war's der Dampf aus dem Hotel? :-).

Immerhin standen die Gondeln still.
Wie auch immer war ich auf einmal dem Anblick von Tignes ausgesetzt und konnte froh sein, diese Etappe zusammen zu legen um hier nicht verweilen zu muessen. Alles bestand nur aus Hotels oder Einkaufslaeden. Viel blinkte und forderte mich geradezu heraus, gleich wieder weiter zu laufen, doch ich hatte wichtige Besorgungen zu erledigen. Eine Apotheke war gleich ausgemacht, wo ich mir eine Packung Blasenpflaster fuer meinen Daumen holte. Zusaetzlich fragte ich noch nach einem stark klebendem Tape. Die Pflaster kosteten ueber 11 € und alles in allem zahlte ich ueber 20 €. Fuck, ist das hier teuer aber ich wollte das unbedingt haben und verwendete Beides auch sogleich, um die entsprechende Stelle am rechten Daumen wieder einmal zu schuetzen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann mir die Haut dort wieder einreisst.

Beim Blick zurueck musste ich diese grattligen Gondelstationen sehen.
Weiter ging es zu einem Supermarkt, wo ich meine Vorraete endlich wieder einmal auffrischen konnte. Neues Waschmittel, neues Duschgel, 3 kleine Dosen Wurst, Schocki (!!!), Zahnseide und zur sofortigen Verpflegung belegte Toastdreiecke und 1 Liter O-Saft. Da der Spar Markt Internetzugang hatte [kostenlos!], rief ich auch noch schnell meine Eltern an, aber nur kurz. Ich wollte schnell ueber den Pass. Deshalb drueckte ich mir die Sofortverpflegung schnell rein und lief schon wieder weiter. Jetzt startete die zweite Etappe fuer Heute, bei der ich "nur" 700 HM hoch musste.

Teilweise war es mit schwarzem Gestein durch"wachsen"
Rechts hatschte ich eiligen Schrittes den Weg entlang. Ich war immer noch im T-Shirt gekleidet. Alle Leute trugen etwas langaermliges oder gleich Jacken. Etwas fror es mich auch, aber schon bald ging es zu dem Aufstieg ueber, wo's mir schon warm werden wird. Von einer Hotelstadt kam ich in die Naechste. Das hier scheint ein riessiges Skigebiet zu sein. Da der Nebel verschwunden war, hatte ich endlich auch einen Ausblick auf die Gipfel und die Gletscher. Ja, die Gletscher. Aber es geht immer noch nichts ueber den Aletschgletscher. Im naechsten Hort der Hotels ging ich einfach eine kleine Strasse hoch und sah in der Ferne einen Wegweiser, der mir zeigte, wo der Wanderweg hoch zum Pass ging. Hier gab es naemlich sehr viele Wege.

Desto naeher ich dem Uebergang kam, desto schroffer wurde die Landschaft.
Eine Gruppe Reiter zweigte dann ein paar Meter vor mir in den Wanderweg ein, wobei ein Pferd ein Maedel beinahe abgeschmissen haette - zum Glueck! Deshalb hielt naemlich der ganze Trupp an und ich konnte sie bequem ueberholen, da ich schneller unterwegs war. [Ich mag Pferdal nur von vorne, von hinten befuerchte ich immer, dass die austreten.] Gemuetlich stieg der Weg hoeher, weshalb es mir auch etwas kaelter wurde. Das wirklich aergerliche an dem Weg waren die vorbeifahrenden Mountainbiker, die sich von der Gondel hochfahren liessen um dann in einem Affenzahn und oft kurz vor dem Sturz herunter zu brettern. [Hier gab's die Mountainbikes wohl mit einem Gondelticket unten zum Ausleihen.] Aber auch diese fuhren schon bald fernab von meinem Weg.

In der Naehe des Pass mit Blick auf den Gletscher.
Desto hoeher ich kam, desto schlapper fuehlte ich mich. Schon den ganzen Tag lief ich mit vollem Tempo. Jetzt machte sich das etwas bemerkbar. In einem leichten Bogen nach rechts bog der Weg in Richtung des Passes ein und damit weit weg von all den Gondeln, Mountainbikern und allem, was ich beim Wandern nicht sehen will. Im Winter beim Skifahren gerne, aber jetzt einfach nicht. [Da ich beim Schreiben erst gestern beim Tourenski eine Piste hochlief taugt mir gerade das Skifahren auch nicht - aber man tickt schnell anders :-).] Mit sehr leichter Steigung lief ich dem Pass entgegen, der lange Zeit nicht sichtbar sein sollte, da das Gestein die wildesten Formen im Boden geschaffen hatte. Besonders fiel mir der Kontrast von 2 Gesteinssorten ins Auge. Ein sehr dunkles und ein sehr helles Gestein paarten sich aneinander, wie wenn sie schon ewig zusammen gehoeren wuerden. Viel gruenes Gestein sah ich auch auf dem Boden herumliegen, wo ich leider nicht weiss, von welchem Metall [oder was anderem] das stammen koennte.

Ein pinkes Gaensebluemchen
Gerade beim Pass angekommen sah ich dann, wie eine Frau - warum auch immer - vom Weg wegging und mitten ueber schoene Blumen hatschte. Da fing ich auf Deutsch sehr laut das Motzen an und sagte auf den Wanderweg deutend "Via". So eine bloede Kuh. Auf Englisch und weitergehend sagte ich noch, dass sie auf dem Weg bleiben und nicht auf die Pflanzen treten soll. Irgendeiner ihrer Gefaehrten konnte hoffentlich Englisch um das zu uebersetzen. [Auf diesem Pass mit karger Vegetation war wirklich jede Pflanze Gold wert - jedenfalls fuer mich!] Am hoechsten Punkt angekommen ging es fast immer nur noch bergab bis zum Etappenziel [gefuehlt!], doch der Weg zog sich noch laenger hin als erwartet. Ganz gemuetlich ging der Weg herunter, vorbei am ersten See, bei dem ich schon die Huette erwartete. In die Karte wollte ich nicht schauen, da es schon wieder etwas nieselte und die Karten nicht viel aushalten.

Der grosse See. Dahinter war die Huette.
Als der Regen staerker wurde und es mich allmaehlich wirklich sehr fror, holte ich meine Regenjacke heraus und verstaute die Karte sicher im Rucksack. Zur Huette ging nur ein Weg ohne Abzweigung, sodass die Karte spaetestens jetzt ueberfluessig war. Beim zweiten See ueberholte ich einen weiteren Wanderer, bei dem ich dann kurz danach den Regenschutz richtig drueberzog, da sonst sein ganzer Schlafsack nass geworden waere. Wenig spaeter fand ich auch noch einen Regenschutz herumliegen, den ich mitnahm. In der Huette ist der sicher besser aufgehoben, als dass er hier herumliegt. Die erste Zeit hielt ich ihn in der Hand bis ich auf die Idee kam, ihn zwischen meinen Rucksack und meinem eigenen Regenschutz zu stecken [, aehnlich wie bei einem Kimono bei dem man etwas irgendwo da reinsteckt, wo es gut haelt :-)].

Der weitere Abstieg nach der Huetteneinkehr.
Den See entlang laufend sah ich vor mir schon wieder einen dieser seltsamen Mountainbiker, der sein Fahrrad sogar teilweise tragen musste. Die Felsen hier waren wahre Reifenschlitzer. Nach dem zweiten See hatte ich den Fahrradfahrer schon fast eingeholt und wunderte mich ueber seinen Rucksack, der keinen Regenschutz hatte. Hmm... Da passt das eine Puzzelstueck zum Anderen. Bei der Huette hatte ich ihn dann eingeholt, zog den Regenschutz heraus und fragte, ob er etwas vermisst. Ja. Das war wohl echt Seiner. Einen Schnaps haette ich mir dafuer schon erwartet. Ich haette es jedenfalls so gemacht [Also mich auf diese Weise bedankt], aber es kam nix.

Sehr langsam fuehrte dieser Weg in einer scheinbar unveraenderbarten Natur ab.
Die Huette bestand in Wirklichkeit aus 3 Huetten. Eine mit Schlafplaetzen, eine fuer die Huettenleute und eine, die als Gastraum diente in der ich mich erst mal ausbreitete. 2 Deutsche traf ich auch auf der Huette mit denen ich ein bisschen plauschte, mich dann aber der Etappenplanung widdmete. Ich koennte naemlich gleich weiterlaufen. Zum Cola packte ich meinen Proviant aus. 3 Snickers kaufte ich mir auch im "Tal", wovon eines daran glaubte. Die Wurst die ich schon lange mitschleppte, genauso.

Essen!
Die Huette wurde auf einmal schlagartig voller und mich trieb es auch weiter. Es war auch erst kurz nach 2 Uhr. Also auf in den Regen und los ging's in die 3te Etappe rein. Nach einem kurzen Stueck, bei dem ich immer noch fest davon ueberzeugt war, dass ich keine Regenschutzhose brauchte fing allmaehlich meine Hose an, an mir zu kleben. So machte das auch keinen Sinn. Also nochmal Rucksack runter, Regenschutzhose an und weiter ging der Spass. Ueber eine Bruecke gelangte ich auf die linke Seite des Flusses, dem ich jetzt ganz langsam aufsteigend folgte. Wieder lief ich auf vollen Touren um meinen Koerper auf Temperatur zu halten wie ich es schon den ganzen Tag machte.

Ab und gab's zumindest eine Veraenderung des Weges.
Vorbei an Schafen mit schwarzen Schnauzen und wohl ca. 1h Laufzeit war ich an dem naechsten warmen Ort: Refuge du Plan du Lac. Dort bestellte ich mir erst mal ein Bier. [Ueber den Weg dorthin haette ich auch weitaus mehr schreiben koennen, aber durch das handschriftliche Schreiben war das nicht mehr moeglich. Egal wo man in den Bergen ist, jede Etappe ist anders.] Ein anderer Wanderer half mir bei der Verstaendigung mit der Wirtin. Ich bat sie naemlich u. a. ,fuer mich bei der naechsten Huette in 1h Entfernung anzurufen, was sie auch probierte. Leider war nur der Anrufbeantworter dran. Auch diese Frau war super freundlich. Ich kann bisher ueberhaupt nicht ueber franzoesische Huetten meckern - und das ist auch gut so! [Vor allem um meine Freude und den Ansporn weiter nach Monaco weiter zu laufen aufrecht zu erhalten.]

Allmaehlich veraenderte sich die Natur.
Nach einer halben Stunde Aufwaermphase trieb es mich weiter. 100 HM runter und 300 HM hoch wollten geschafft werden. Ein Klacks fuer mich und das eine Bier wirkte wie Popeys Spinat. In aller Eile hetzte ich erst mal die Forststrasse herunter. An deren Ende parkte auch ein Bus, was mich wieder mal etwas verwunderte. [In diesem Moment. Zu dem Bus brauchte ich sicher noch ein paar Minuten.] Als ich an dem Bus vorbei ging um auf dem Pfad hoch zu steigen, war mir schnell klar, was los war. Der Bus hatte auf mich gewartet! Wie in Trance stieg ich jetzt hoch. Schwer war der Weg sicherlich nicht und er war auch gemuetlich zu gehen. Ab und zu kam eine Kehre und nicht einmal eine halbe Stunde spaeter kam ich auf der Strasse heraus. An dieser Stelle zweigte auch ein vermeintlicher Wanderweg ab, der etwas neben der Strasse verlief, aber von weitem sehr matschig aussah.

Die Einkehr vor der finalen Einkehr.
Also blieb ich auf der Strasse und lief ueber den letzten kleinen Buckel hoch, wo ich die Huette erwartete. Nur wo war die denn?!? Ah! Links von mir. Im Nebel waere ich direkt daran vorbeigescheppert. In der Huette wurde ich auch freundlich aufgenommen. Die HP gab es hier fuer 36 €, was ein guter [wirklich guter] Preis ist. Ein Zimmer habe ich auch fuer mich alleine, in dem es aber sehr kalt ist. Bevor ich irgend etwas anderes machte, sprang ich unter die heisse Dusche, wo ich mir gleich 2 Duschmarken genehmigte. Ich glaube naemlich, dass ich mich etwas erkaeltet habe. Meine Nebenhoehlen meldeten sich schon den ganzen Tag und es wurde schlimmer. Beim Abendessen setzte ich mich an einen Tisch junger Franzosen, von denen ein paar mit mir plauderten. Zum Essen gab es 2 Teller Gemuesesuppe, dann eine angebratene Wurst, irgendeine Sosse und Reis, dann Kaese und zum Schluss noch Kuchen.

In Frankreich hat's das Viech sicher schwer :-)
Die Franzosen an meinem Tisch luden mich dann noch zu ein bisschen Wein ein, wovon ich aber nicht viel nahm, spaeter dann noch zu einem Whisky mit Cola, wo ich auch nur ein Glas nahm. Ich will fuer Morgen fit sein und vor allem nichts wegen der anstehenden Erkaeltung falsch machen. [Ich fuehlte mich wirklich verdammt dreckig.] Sogar zum Rauchen haben die mich eingeladen, aber seit Wochen bin ich ein Nichtraucher, wobei das vllt. auch daran liegen koennte, dass es hier kein gscheites Bier gibt! So. Ich muss ins Bett. Es ist schon wieder kurz vor 12 Uhr und ich will morgen wieder um 6 Uhr raus. Ein langer Hatsch steht wieder bevor, aber nicht so lange wie der heutige und es geht meistens bergab. Am Schluss fehlt mir ein kleines Stueck Karte, aber da geht's sowieso nur in Strassennaehe ein Tal entlang.

Endlich bei der Huette. Waere dichter Nebel gewesen, waere ich prompt vorbei gelaufen.
Nachtrag: In der Ref. d'Entre Deux Eaux Huette zog ich nach der Regenstrecke meine Schuhe aus. Was ich nicht bedachte war, dass die Socken wenn sie erst mal feucht waren, den Geruch nicht mehr speichern. Deshalb hat es auf einmal heftigst angefangen zu stinken, das es mir selbst grauste. Aber ein bisschen mussten sie aus den Schuhen raus, um die Fuesse zu massieren. Statt wie geplant noch einen Tag mit dem Waschen zu warten, gab mir das doch das Zeichen, dass es Zeit dafuer war. Jetzt aber zum naechsten Eintrag.